Mercedes-Benz hat im zweiten Quartal 2026 erneut einen deutlichen Rückgang im Pkw-Geschäft verzeichnet. Vor allem die schwache Nachfrage in China belastete Absatz und Gewinn der Autosparte. Dank eines starken Finanzgeschäfts und wachsender Verkäufe von Elektroautos konnte der Konzern dennoch einen höheren Quartalsgewinn erzielen.
Gleichzeitig hält der Stuttgarter Autobauer an seiner Jahresprognose fest, senkte jedoch den Umsatzausblick für 2026.
Weniger Pkw verkauft – China bleibt größter Belastungsfaktor
Im zweiten Quartal verkaufte Mercedes-Benz weltweit 417.765 Pkw. Das entspricht einem Rückgang von knapp acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Besonders deutlich fiel das Minus auf dem chinesischen Markt aus. Dort gingen die Verkäufe um 30 Prozent zurück. Zuwächse in Europa (+4 Prozent) und den USA (+10 Prozent) konnten diesen Rückgang nicht ausgleichen.
Infolge der schwächeren Nachfrage sank der Gewinn der Pkw-Sparte im Jahresvergleich um 26 Prozent.
Operative Marge fällt auf 4,0 Prozent
Auch die operative Gewinnmarge im Pkw-Geschäft entwickelte sich rückläufig.
Die sogenannte bereinigte operative Marge verringerte sich im zweiten Quartal von 5,1 auf 4,0 Prozent. Damit blieb die wichtigste Ertragskennzahl der Autosparte deutlich unter dem Vorjahresniveau.
Elektroautos entwickeln sich deutlich besser
Positiv entwickelte sich dagegen das Geschäft mit batterieelektrischen Fahrzeugen.
Mercedes-Benz verkaufte im zweiten Quartal 52.852 Elektroautos – ein Plus von 51 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Vor allem in Europa legte der Absatz kräftig zu. Dort stiegen die Verkäufe von Elektrofahrzeugen nach Unternehmensangaben um 87 Prozent.
Finanzgeschäft sorgt für höheren Konzerngewinn
Während das Pkw-Geschäft unter Druck blieb, entwickelte sich der Finanzbereich deutlich besser.
Der operative Gewinn der Finanzsparte stieg im Vergleich zum Vorjahr um 70 Prozent. Zusammen mit stabilen Ergebnissen im Transporter-Geschäft trug dies dazu bei, dass der Konzern insgesamt ein positives Quartalsergebnis erzielte.
Das operative Konzernergebnis (EBIT) erhöhte sich um gut 20 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro.
Unter dem Strich erzielte Mercedes-Benz einen Gewinn von 1,09 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 13,5 Prozent entspricht. Es war der erste Zuwachs beim Quartalsgewinn seit drei Jahren.
Der Konzernumsatz ging gleichzeitig leicht um 3,3 Prozent auf 32,1 Milliarden Euro zurück.
Mercedes senkt Umsatzausblick für 2026
Trotz der verbesserten Konzernzahlen blickt Mercedes-Benz vorsichtig auf das Gesamtjahr.
Aufgrund des anhaltend hohen Wettbewerbsdrucks in China erwartet der Konzern inzwischen einen Jahresumsatz, der leicht unter dem Vorjahresniveau liegen dürfte.
Zusätzlich verbuchte Mercedes eine Wertminderung von 704 Millionen Euro auf seine Gemeinschaftsunternehmen in China.
Konzernchef setzt auf neue Modelle
Vorstandschef Ola Källenius rechnet dennoch mit einer Belebung des Geschäfts im zweiten Halbjahr.
Nach Unternehmensangaben sollen neue Fahrzeugmodelle, eine höhere Produktivität und weitere Kostensenkungen die Entwicklung in den kommenden Monaten unterstützen.
Mercedes-Benz hatte bereits 2025 ein umfangreiches Sparprogramm gestartet und den Sparkurs zuletzt weiter verschärft. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens trotz des schwierigen Marktumfelds langfristig zu stärken.













